Einzigartig weit und breit – Stationen der Naturpromenade jetzt barrierefrei

Erstbegehung Naturpromenade Möhnesee

Dipl.-Ing. Klaus Schulze (l.) von der Firma B.S.L. Landschaftsarchitekten aus Soest erläuterte bei der Erstbegehung die Konzeption, Planung und Umsetzung der drei „Möhne-Bastionen“ und der 13 barrierefrei gestalteten Stationen an der Naturpromenade. Foto: Thomas Weinstock/ Kreis Soest

Einzigartig weit und breit: Die 13 neu konzipierten Stationen der Naturpromenade auf der Hevehalbinsel entlang des Uferrandweges sind jetzt barrierefrei. Besonderheit aller Stationen ist, dass immer mindestens zwei Sinne (Sehen, Fühlen, Hören) angesprochen werden. Zu einer Erstbegehung trafen sich am Freitag, 18. August 2017, auf Einladung des Naturparks Arnsberger Wald alle an der Umsetzung beteiligten Institutionen und Firmen am Torhaus in Möhnesee.

Dipl.-Ing. Klaus Schulze von der Firma B.S.L. Landschaftsarchitekten aus Soest erläuterte die Konzeption, Planung und Umsetzung der „Möhne-Bastionen“ und der Naturpromenade. Im Rahmen der Regionale Südwestfalen 2013 konnte nach Zusage der Fördermittel die Naturpromenade planerisch und baulich überarbeitet werden. Sie ist daher heute auch von Menschen mit Mobilitätseinschränkungen oder Sehbehinderungen erlebbar.

Stationstafel Naturpromenade

Menschen mit Sehbehinderungen werden durch taktile Leitlinien, die sich auch optisch vom Asphalt abheben, zu den Stationen geführt. Für Rollstuhlfahrer sind ausreichend große Aufstellflächen vorhanden. Foto: Thomas Weinstock/ Kreis Soest

Als erste Maßnahme wurde der Fußweg um drei „Möhne-Bastionen“ ergänzt, die den Besuchern ermöglicht, an diesen Stellen barrierefrei bis an den See heranzutreten. Positiver Nebeneffekt: durch diese Besucherlenkung werden Störungen im Natur- und Landschaftsschutzgebiet reduziert. In Zusammenarbeit mit der Gemeinde Möhnesee, dem Naturpark Arnsberger Wald, dem Ruhrverband sowie mit Unterstützung der „Von-Vincke-Schule Soest“ (LWL-Förderschule, Förderschwerpunkt Sehen) gestalteten die Landschaftsarchitekten außerdem 13 neue barrierefreie Stationen entlang der Uferpromenade, um die Besonderheiten von Natur und Landschaft zu thematisieren.

Stationen der Naturpromenade auch für Blinde und Sehbehinderte erlebbar

Alle 13 Stationen der neugestalteten Naturpromenade am Hevebecken des Möhnesees sind jetzt auch für Blinde und Sehbehinderte erlebbar. Einzigartig weit und breit. Foto: Thomas Weinstock/ Kreis Soest

Drei Stationen am Anfang, in der Mitte und am Ende geben eine Übersicht über die Lage der Promenade und der einzelnen Stationen, der Parkplätze und Rastmöglichkeiten. Mithilfe von zehn weiteren Stationen erhalten Besucher Informationen über Natur und Landschaft zwischen Wald und Wasser. Alle Stationen sprechen immer mindestens zwei Sinne an. Menschen mit Sehbehinderungen werden durch taktile Leitlinien, die sich auch optisch vom Asphalt abheben, zu den Stationen geführt. Für Rollstuhlfahrer sind ausreichend große Aufstellflächen vorhanden.

Kerstin Heim-Zülsdorf, Leiterin Liz, probiert Hörrohr an Naturpromenade aus

Kerstin Heim-Zülsdorf, Leiterin des Liz, ließ es sich bei der Erstbegehung der Naturpromenade nicht nehmen, eines der Hörrohre auszuprobieren. Foto: Thomas Weinstock/ Kreis Soest

„An den Stationen sind alle Informationen so aufbereitet, dass die wesentlichen Inhalte sowohl visuell als auch taktil erfassbar sind. Gerade für Kinder stellt die haptische Erfahrbarkeit einen besonderen Reiz dar. Zentrale Informationen werden außer mit Texten auch in Blindenschrift dargestellt. Die Anordnung der taktilen Elemente berücksichtigt zudem die Erfordernisse von Rollstuhlfahrern“, fasste Dipl.-Ing. Klaus Schulze die Neuheiten zusammen. Die Stationen wurden so gestaltet, dass Rollstuhlfahrer bequem unter die Tafeln fahren können. Die Infotafel der ersten Station vermittelt gleich anhand von optischen und fühlbaren Größenvergleichen, wie groß die Fläche und das Volumen des Möhnesees ist. 1.037 Fußballfelder passen in den See sowie 215.000 Mal die Wassermenge des Soester Aquafuns. Filomena Muraca-Schwarzer vom Blinden- und Sehbehindertenverein Kreis Soest war als Betroffene begeistert von den neuen Möglichkeiten für Blinde und Sehbehinderte, die die Stationen der Naturpromenade nun bieten.

Gruppenbild Erstbegehung Naturpromenade

Zur Erstbegehung der neugestalteten Naturpromenade am Hevebecken des Möhnesees trafen sich auf Einladung des Naturparkes Arnsberger Wald alle an der Realisierung beteiligten Institutionen und Firmen. Mit dabei waren auch Verbandsvorsteher Dr. Jürgen Wutschka (6. v. l.) und Hans Dicke (6. v. r.), Bürgermeister der Gemeinde Möhnesee. Foto: Thomas Weinstock /Kreis Soest


Dr. Jürgen Wutschka, Verbandsvorsteher des Naturparks Arnsberger Wald, und Hans Dicke, Bürgermeister der Gemeinde Möhnesee, freuten sich über die gelungene Umsetzung, gaben die neue Attraktion offiziell frei und wünschten ihr viele Besucher. Gleichfalls wagten sie einen Blick in die Zukunft. Jörn Peters und seine Kollegin Hanna Schulte aus der Abteilung Liegenschaftskataster und Vermessung des Kreises Soest arbeiten bereits im Rahmen des Projektes Smart4You an der Digitalisierung der Naturpromenade. Die ersten Gespräche zum Netzausbau am Hevebecken sind erfolgt. Die Broschüre zur neugestalteten Uferpromenade kann auf der Internet-Seite des Naturparkes Arnsberger Wald unter www.naturpark-arnsberger-wald.de (Freizeit & Erleben, Erlebnispfade und A-Wege, Naturpromenade) als pdf-Dokument heruntergeladen werden. Das Landschaftsinformationszentrum Wasser und Wald Möhnesee e. V. (Liz) wird demnächst Führungen auf der Naturpromenade anbieten.

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